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Lungennetzwerk Nordost-Brandenburg

14.09.2016, 15.00 - 16.00Uhr, Eberswalde


Netzwerk für Lungenerkrankungen Nordost-Brandenburg stellt sich vor

Heute wurde das Netzwerk für Lungenerkrankungen Nordost-Brandenburg auf einer Pressekonferenz
erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Das neue Netzwerk führt die Gesundheitseinrichtungen in der Region enger zusammen, so dass die Behandlungsmöglichkeiten weiter verbessert werden. Zu diesem Netzwerk gehören Einrichtungen aus Märkisch-Oderland, Barnim und Uckermark. Mittlerweile haben sich bereits ca. 30 Praxen und Krankenhäuser dem Projekt angeschlossen. Zur Netzwerkarbeit gehört auch die Prävention. Anlässlich des Deutschen Lungentages am 17. September boten die Krankenhäuser Schülern Exkursionen zur Lungengesundheit an.

In Nordost-Brandenburg sind alle erforderlichen medizinischen Fachdisziplinen zur Betreuung von
Patienten mit Atemwegs- und Lungenerkrankungen in Arztpraxen und Krankenhäusern auf sehr hohem Niveau vorhanden. Doch nicht alle Experten und technischen Voraussetzungen befinden sich an einem Ort. Das ist der Grund, im Netzwerk für Lungenerkrankungen Nordost-Brandenburg die Kompetenzen all derjenigen zu bündeln, die sich in der Region beruflich oder ehrenamtlich mit Erkrankungen der Atemwege beschäftigen. Ziel ist, dass jeder Patient mit einer Lungen- oder
Atemwegserkrankung, wo immer er in der Region zu Hause ist, eine Betreuung wie aus einer Hand
erhält, und zwar

- wohnortnah, auf kurzen Wegen,
- flexibel, zügig, effektiv,
- kompetent auf einheitlich sehr hohem Niveau,
- leitliniengerecht nach aktuellem Stand der Wissenschaft,
- qualitätsgesichert nach gemeinsamen Standards und
- ohne Umwege in gut organisierten Behandlungs- und Betreuungsketten.

Die für Patienten hinderlichen Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, zwischen Krankenhäusern verschiedener Trägerschaften, zwischen den medizinischen Disziplinen und Berufsgruppen sollen auf diese Weise in der Region Schritt für Schritt durchlässiger gestaltet werden. Alle Partner im Netzwerk begegnen sich auf Augenhöhe und den Patienten und ihren Angehörigen gegenüber fürsorglich mit Offenheit und Respekt.

„Uns geht es um eine einheitlich hohe Qualität von Diagnostik und Therapie bei Lungen- und
Atemwegserkrankungen“, sagte der Koordinator des Netzwerkes, Dr. Christoph Arntzen, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin im Krankenhaus Angermünde. „Zugleich wollen wir uns noch effektiver für die Aufklärung, Vorbeugung, Vorsorge und Früherkennung einsetzen. Auch psychosoziale
Aspekte, die Unterstützung von Familienangehörigen Erkrankter, die Rehabilitation, Nachsorge und Palliation werden Bestandteile im Netzwerk sein. Wir möchten Selbsthilfegruppen und Raucherentwöhnungsprojekte unterstützen und uns an Initiativen für saubere Luft in unserer Region beteiligen.“

Tabakrauch, Umweltgifte und durch die Luft übertragene Infektionserreger sind die Hauptursachen
für Erkrankungen der Atemwege und der Lunge. Allein unter der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit COPD und unter Asthma bronchiale leiden in Deutschland mehr als 15 Millionen Menschen. Man kann daher von Volkskrankheiten sprechen. Von der COPD ist jeder zweite Raucher im Alter von mehr als 50 Jahren betroffen. Beim Asthma wird ein Anstieg der Erkrankungshäufigkeit vor allem bei jungen Erwachsenen beobachtet. Lungenkrebs ist mit fast 45.000 Sterbefällen jährlich die häufigste Krebstodesursache in Deutschland.

„Wir nehmen den Deutschen Lungentag am 17. September zum Anlass, auf die Dringlichkeit von
Prävention, hinzuweisen“, sagt Dr. Alexandra Dubbke-Laule. Die Lungenfachärztin aus dem Krankenhaus
Märkisch-Oderland in Strausberg ist stellvertretende Koordinatorin des Netzwerkes.

Dr. Regine Hartmann vertrat auf der Pressekonferenz die Sicht als Praxisärztin. Sie sagte: „Wir wollen
eine nahtlose Zusammenarbeit der medizinischen Professionen und Gesundheitsfachberufe, der ambulanten und der stationären Versorgung, um unterm Strich eine flächendeckende hohe Versorgungsqualität für alle Patienten mit Atemwegsbeschwerden zu gewährleisten.“

Ergänzend dazu erklärte Dr. Christian Jenssen, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Krankenhaus Märkisch-Oderland: „Eine wichtige Aufgabe des Netzwerkes sehe ich auch in der Prävention von Lungenerkrankungen. Hierzu gehören das Engagement für eine saubere, schadstofffreie Luft
und die Aufklärung über die gesundheitlichen Folgen des Rauchens.“

Ganz in diesem Sinne waren im Werner Forßmann Krankenhaus in Eberswalde und im Krankenhaus
Angermünde am Tag der Pressekonferenz von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr Schüler ab der 9. Klasse
zu einer speziellen Exkursion eingeladen, bei der sie von Ärzten und Fachkräften anschaulich zu Fragen der Atemwegsgesundheit informiert wurden. Das Krankenhaus Märkisch-Oderland in Strausberg bietet am 9. Oktober eine Sonntagsvorlesung zum Thema „Saubere Luft – gesunde Lungen“ an.
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