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Kreißsaal im Krankenhaus MOL wird geschlossen

17.06.2026

Geburtshilfe am Standort Strausberg wird zum 29. Juni 2026 im Rahmen einer Leistungsbündelung im Landkreis eingestellt


Die Geburtshilfe am Krankenhausstandort Strausberg wird zum 29. Juni 2026 eingestellt. Der ursprünglich später vorgesehene Zeitpunkt musste aufgrund eines kurzfristig eingetretenen Personalausfalls und den damit verbundenen Herausforderungen bei der Sicherstellung eines durchgängig stabilen und sicheren Betriebs jedoch vorgezogen werden.

Die Entscheidung fällt der Krankenhausleitung außerordentlich schwer. Die Geburtshilfe am Standort Strausberg war über viele Jahre hinweg ein verlässlicher und geschätzter Bestandteil der regionalen Versorgung. Zahlreiche Familien verbinden mit unserem Haus die Geburt ihrer Kinder und prägende persönliche Momente.

Hintergrund der Entscheidung sind die tiefgreifenden strukturellen Veränderungen im deutschen Krankenhauswesen. Ziel der Krankenhausreform ist es, medizinische Leistungen stärker zu konzentrieren und über definierte Leistungsgruppen mit höheren Fallzahlen die Behandlungsqualität und Patientensicherheit weiter zu stärken. Bundesweit wird darüber hinaus verpflichtend, dass an Standorten mit Geburtshilfen auch die Kinder- und Jugendmedizin vorgehalten wird.

Im vergangenen Jahr wurden am Standort Strausberg 177 Geburten verzeichnet; die Hochrechnung für das Jahr 2026 ermittelt voraussichtlich 125 Geburten. Damit liegt das Haus deutlich unter den künftig vorgesehenen Orientierungswerten. Gleichzeitig ist bundesweit ein anhaltender Rückgang der Geburtenzahlen zu beobachten, der auch die regionale Entwicklung beeinflusst. Eine nachhaltige Erfüllung der zukünftigen Anforderungen am Standort Strausberg ist daher nicht absehbar.

Vor diesem Hintergrund erfolgt eine strukturelle Bündelung der geburtshilflichen Leistungen im Landkreis an der dafür leistungsstark aufgestellten Immanuel Klinik Rüdersdorf, Universitätsklinikum der MHB. Dieser Standort übernimmt die zentrale geburtshilfliche Versorgung in der Region und erfüllt dabei die Kriterien eines perinatalen Schwerpunkts mit der Betreuung von Geburten ab der 32. Schwangerschaftswoche. Das Angebot umfasst eine ganzheitliche Geburtsmedizin mit hebammengeführtem Kreißsaal sowie eine 24/7-Verfügbarkeit von Anästhesie und Pädiatrie; zudem ist die Kinder- und Jugendmedizin als eigene Abteilung am Standort etabliert. Die Leistungsfähigkeit belegt auch das Versorgungsvolumen von 895 Geburten im Jahr 2025. Die geburtshilfliche Versorgung im Landkreis bleibt damit weiterhin sichergestellt.

Frank Volkmer, Geschäftsführer der Immanuel Klinik Rüdersdorf: „Ich danke allen Partnern im Landkreis für die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit. Wir stehen verlässlich an der Seite der Familien in Märkisch-Oderland und werden auch im Zuge der Krankenhausreform ein zentraler Anlaufpunkt bleiben – sowohl für geplante Geburten als auch im Notfall über unsere Rettungsstelle mit pädiatrischer Notfallversorgung."

Die Entscheidung ist Teil einer abgestimmten regionalen Versorgungsstruktur und erfolgt in enger Abstimmung innerhalb der bestehenden Zusammenarbeit der Standorte. Sie folgt der Zielsetzung, Leistungen dort zu bündeln, wo eine hohe geburtshilfliche Behandlungsqualität unter stabilen Rahmenbedingungen langfristig gewährleistet werden kann.

„Diese Entscheidung ist mit großem Bedauern verbunden“, erklärt Geschäftsführerin Katja Thielemann. „Wir wissen um die emotionale Bedeutung der Geburtshilfe für werdende Familien und um die besondere Verantwortung, die mit diesem Bereich verbunden ist. Unser vorrangiges Ziel ist die nachhaltige Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen und sicheren geburtshilflichen Versorgung im Landkreis. Die Bündelung der Leistungen an der Immanuel Klinik Rüdersdorf und somit an einem leistungsstarken Standort ist hierfür der verantwortbare Weg unter den aktuellen Rahmenbedingungen. Die jetzt erforderlich gewordenen Anpassungen erfolgen in enger Abstimmung mit dem Land Brandenburg.“

Die Geschäftsführung dankt den Mitarbeitenden der Geburtshilfe am Standort Strausberg für ihr langjähriges Engagement sowie den Patientinnen und Familien für das entgegengebrachte Vertrauen.
Minilogo Darmzentrum MOL
Minilogo Deutsche Krebsgesellschaft
Minilogo Orthopädisches Zentrum
Minilogo Diabeteszentrum
Minilogo Hernienzentrum
Minilogo Schilddrüsenzentrum
Minilogo Palliativzentrum
Minilogo Lundennetzwerk
Minilogo Physiotherapie MOL
Minilogo Physiotherapie RehaNord
Minilogo Clinotel
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